Besonders zum Monatswechsel müssen Apotheken bei der Bearbeitung von E-Rezepten auf der Hut sein und entsprechende Preisanpassungen im Blick haben. Denn: Es gilt der Arzneimittelwert des Abgabedatums. „Wir haben regelmäßig Verluste, weil es zum 1. oder 15. eines Monats Preissenkungen gibt, ich aber nur den Wert, der am Abgabedatum gilt, erstatte bekomme“, berichtet eine Inhaberin. Es sei ein erheblicher Mehraufwand, jedes Mal das gesamte Abholerregal zu durchforsten. „Die einzigen, die davon profitieren, sind die Krankenkassen“, ärgert sie sich.
Es komme nicht selten vor, dass Medikamente am Monatsende bestellt werden, die Abholung dann aber erst im neuen Monat erfolgt. „Vor allem bei vielen Chronikern, die noch Vorräte zu Hause haben, ist das der Fall“, berichtet eine Inhaberin. Das Problem seien die regelmäßigen Preisänderungen. „Ich bestelle das Arzneimittel dann am Ende des Monats für einen höheren Preis als ich es nach dem Monatswechsel abgebe“, erklärt sie. „Es kommt regelmäßig zu Verlusten, die mir im Nachhinein auffallen.“
So habe sie erst kürzlich auf einer Abrechnung von Juni entdeckt: „Wir haben am 27. Juni ein Rezept erhalten, das Medikament wurde dann aber erst am 5. Juli abgeholt. In der Zwischenzeit wurde der Preis von 35,28 Euro auf 28,08 Euro gesenkt“, erklärt sie. „Mir wurden folglich 7,20 Euro abgezogen, das sind fast 20 Prozent. Das, was ich an dem Arzneimittel verdient habe, wurde mir gleich wieder abgezogen.“
Solche Fälle fallen der Apothekerin laufend in die Hände – und das, obwohl das Abholerregal regelmäßig durchforstet werde. „Es ist ein unheimlicher Mehraufwand alles zu kontrollieren. Mittlerweile buchen wir solche monatsübergreifenden Rezepte bereits vor der Abholung aus, obwohl das natürlich nicht im Sinne des Systems ist“, bedauert sie. „Ich weiß nicht, wie ich es anders handhaben soll.“
Sie habe durch ihren Standort sehr viele Abholer. „Unsere Kiezapotheke hat nicht sehr viele Arztpraxen in der unmittelbaren Nähe, sodass die Patienten von überall her kommen. Deswegen bestellen wir recht viel, unser Abholerregal ist immer gut gefüllt.“ Was sie besonders ärgert: „Die Kassen sind diejenigen, die sich dabei die Hände reiben. Uns bleibt am Ende oft nur der Mehraufwand und häufig der Verlust. Und das nur, weil sich irgendjemand diesen bürokratischen Schwachsinn ausgedacht hat.“