Gespräche mit Politik

Tag der Apotheke: Abda will Feedback

, Uhr
Berlin -

Unter dem Motto „Wir müssen reden“ sollen die Apotheken zum Tag der Apotheke an diesem Freitag mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch kommen und über ihre tagtäglichen Leistungen und Probleme sprechen. Dazu stellt die Abda verschiedene Materialien zur Verfügung, wie einen Leitfaden für die Gesprächsführung und ein Handout, auf dem die wichtigsten Leistungen und Probleme der Apotheken zusammengefasst sind. 

Bei der letzten Aktion der Abda „Wir sehen rot“ lag der Fokus auf der Interaktion mit den Kundinnen und Kunden. Am 7. Juni soll es dagegen darum gehen, mit der Politik ins Gespräch zu kommen. Dazu hat die Abda bereits Anfang Mai Einladungsschreiben für Politik- und Medienvertreter für die Apotheken bereitgestellt. Ziel der Aktion sei es, darüber zu informieren, was Apotheken Tag für Tag leisten und welchen Problemen sie dabei gegenüberstehen.

Zur Vorbereitung auf die Gespräche hat die Abda nun weitere Materialien zur „inhaltlichen Vorbereitung und Umsetzung der Ortstermine“ zur Verfügung gestellt, damit die teilnehmenden Apotheken „die Positionen der Apothekerschaft möglichst überzeugend präsentieren können“.

Dazu gehören ein Leitfaden zur Gesprächsführung, ein Handout mit den wichtigsten Informationen zur Apotheke vor Ort und einer Präsentation zur Lage der Apotheken, die zum Beispiel über Monitore in der Apotheke gespielt werden kann.

Außerdem wird darauf hingewiesen, die Treffen mit lokalen Politikern auch medial voranzutreiben – zum einen durch Einladung der lokalen Presse, zum anderen durch eigene Social-Media-Postings mit dem Hashtag #tagderapotheke. „Schießen Sie ein gemeinsames Bild und fassen Sie die wichtigsten Punkte des Gesprächs in einem kurzen Text zusammen“, heißt es im Leitfaden.

Die Abda hat auch eine Vorlage für einen redaktionellen Text mit dem Titel „Die Apotheke vor Ort: Unverzichtbare Säule des Gesundheitssystems“ vorbereitet, der „in Anzeigenblättern geschaltet werden kann“.

Fokus auf Fakten

In den Materialien gibt die Abda vor allem praktische Gesprächtipps, wie eine „freundliche und wertschätzende Grundhaltung, auch bei inhaltlicher Schärfe“ zu behalten und „übermäßige Emotionalität“ zu vermeiden. Stattdessen solle der Fokus auf „Fakten mit konkretem Lokalbezug“ liegen.

Auch inhaltlich gibt die Abda den Apotheken einige Eckpunkte an die Hand:

Leistungen der Apotheken

  • mehr als 3 Millionen versorgte Patientinnen und Patienten – täglich
  • individuelle Rezepturen gibt es nur in der Apotheke
  • mehr als 100.000 Arzneimittel – immer im Blick
  • Nacht- und Notdienste
  • Steuereinnahmen in Milliardenhöhe
  • aktiver Gesundheits- und Verbraucherschutz
  • Stabilisierung der Krankenkassen
  • Resilienz im Gesundheitssystem
  • wohnortnahe und familienfreundliche Arbeitsplätze

Herausforderungen und Probleme:

  • Die Sicherheit des Apothekennetzes und damit einer guten Arzneimittelversorgung der Bürgerinnen und Bürger ist hochgradig gefährdet.
  • Apothekennetz: Niedrigster Stand seit 1979
  • Apothekenvergütung seit 2004 praktisch unverändert, bei drastisch gestiegener Inflation und Lohnkosten
  • Lieferengpässe und zunehmende Probleme bei der Versorgung der Patientinnen und Patienten

Positionen der Apothekerschaft

  • Um Patientinnen und Patienten weiterhin und trotz Lieferengpässen versorgen zu können, bräuchten die Apotheken mehr Entscheidungsfreiheiten. Die Teams müssten auf Basis ihrer pharmazeutischen Expertise beispielsweise selbst entscheiden, ob sie die Darreichungsform wechseln. Ziel müsse eine schnelle, flexible Versorgung sein. Retaxationen („Strafzahlungen von Krankenkassen“) sollten dabei ausgeschlossen sein.
  • Inflationsausgleich: deutliche Senkung des Kassenabschlags oder eine Maßnahme mit ähnlicher Wirkung in der Arzneimittelpreisverordnung
  • Skonti im Verhältnis zwischen Apotheke und Großhandel müssten erlaubt bleiben. Durch diese kostenneutrale Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung würde der Gesetzgeber lediglich den Ursprungszustand wiederherstellen.

Feedback schicken

Im Nachgang der Gespräche sind die Apotheken angehalten, der Abda ein Feedback zu schicken, damit die Gespräche ausgewertet werden könnten. „Die Erfahrungen werden eventuell auch für die künftige politische Ausrichtung der Abda genutzt“, heißt es in den Materialien.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr zum Thema
6 Millionen Euro Zinsen
pDL: 445 Millionen Euro im Topf
Weniger als 17.000 Apotheken
BMG kommentiert Apothekenzahlen nicht
Mehr aus Ressort
Petition mit namenhafter Unterstützung
85.000 Unterschriften gegen Lieferengpässe
Klosterfrau-CEO zum Vorsitzenden gewählt
Pharma Deutschland gründet Landesverband Brüssel
„Den Verhandlern fehlt der Mut“
Kassengehälter: BKK warnt vor Neiddebatte
Weiteres
Aktuell keine Beeinträchtigungen
E-Rezept: Erneut TI-Störung bei Arvato»
Probleme bei Noventi-Kunden
E-Rezept: Störung wegen Update»
Petition mit namenhafter Unterstützung
85.000 Unterschriften gegen Lieferengpässe»
Klosterfrau-CEO zum Vorsitzenden gewählt
Pharma Deutschland gründet Landesverband Brüssel»
„Redundante Einheiten“ im Gesundheitsministerium
USA: Kennedy streicht 10.000 Stellen»
Schaden über 1,5 Millionen Euro
Paxlovid: Inhaberin und Ehemann verurteilt»
Atopische Dermatitis und Prurigo nodularis
Nemluvio: Neue Therapieoption bei Juckreiz»
Apothekenprodukte „gut“ bis „sehr gut“
Öko-Test findet krebserregende Stoffe in Handcremes»