Bayern

Diskussion um Impfstoffverteilung

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Berlin -

Weil die Corona-Inzidenzen in bayerischen Grenzregionen zu Tschechien zeitweise in die Höhe schnellten, wurde besonders viel Impfstoff dorthin geliefert. Das muss ausgeglichen werden, fordert der Landkreistagspräsident.

Der Präsident des bayerischen Landkreistages, Christian Bernreiter (CSU), fordert eine andere Impfstoffverteilung in Bayern. Zurecht hätten die Grenzlandkreise zu Tschechien große Sondermengen an Impfstoff bekommen, dort sind jetzt teilweise die niedrigsten Inzidenzen zu verzeichnen, sagte er der Passauer Neuen Presse. Es müsse doch möglich sein, dass Ärzt:innen in einem Landkreis mit unterdurchschnittlicher Impfquote pro Kopf mehr Impfdosen erhalten, als in Gebieten, die weit vorne liegen. Und wenn das nicht möglich sei, müsse das über die Impfzentren reguliert werden: Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, dies innerhalb Bayerns über die Impfzentren auszugleichen.

Die Sonderlieferungen seien zum damaligen Zeitpunkt dringend nötig gewesen, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Allerdings kritisierte er: Das derzeitige Bestellsystem, mit dem der Bund über die Apotheken die Arztpraxen beliefert, benachteilige Regionen mit geringer Ärzt:innendichte systematisch. Er habe den Bund bereits aufgefordert, hier dringend an den Stellschrauben zu drehen: Wo es weniger Ärzt:innen gebe, sollten diese zum Beispiel die Möglichkeit bekommen, entsprechend mehr Impfdosen zu bestellen, sagte Holetschek und rief die Ärzte in diesen Regionen auf, die jeweils maximal Menge auch zu bestellen.

Der Deggendorfer Landrat Bernreiter beklagte nach wie vor große regionale Unterschiede: Einige Landkreise lägen deutlich über dem Durchschnitt, andere leider deutlich darunter. In Niederbayern sei der Landkreis Rottal-Inn das Schlusslicht, sagte er. Der Landkreis Regen liege dagegen an der Spitze. "Auf die Einwohnerzahl umgerechnet, gebe es bei einen Unterschied von bis zu 6000 Impfungen zu anderen Landkreisen.

Wie groß der Impfstoff-Bedarf selbst im vergleichsweise gut versorgten Landkreis Regen ist, zeigte sich bei einer Sonderaktion im
dortigen Impfzentrum: Das Landratsamt meldete akute Überlastung und bat Impfwillige am frühen Nachmittag, nicht mehr anzureisen.

Es seien mehr Menschen zur Eishalle in Regen gekommen, als Impfstoff mit dem Vakzin von Johnson & Johnson vorhanden sei, teilte das Landratsamt mit. Der Landkreis Regen verzichtet nach eigenen Angaben auf eine Lagerhaltung des Vakzins, um ein möglichst hohes Impftempo zu erreichen. Um diese Vorgabe weiter umsetzen zu können, sei zu dem Sonderimpftag eingeladen worden, hieß es.

Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson ist der derzeit einzig zugelassene, der nur eine Spritze für den vollen Impfschutz benötigt. Vermutlich sei daher das Interesse so groß gewesen.

 

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