Praxishonorar

Ärztepräsident warnt vor „heißem Herbst“

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Berlin -

Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat im Honorarstreit mit den Krankenkassen eine harte Auseinandersetzung angekündigt. „Wenn die Kassen nicht einlenken, werden sie einen heißen Herbst erleben“, sagte Montgomery den Ruhr Nachrichten. „Wir benötigen einen neuen Anlauf für Verhandlungen“, forderte er. „Die Krankenkassen werden drauflegen müssen.“

 

Die Mediziner wollen bundesweit per Urabstimmung über Warnstreiks und Praxisschließungen entscheiden. Die Verhandlungen mit den Krankenkassen hatten Spitzenvertreter der Ärzte am Montag vorerst platzen lassen. Noch im September müssen sich die Patienten darauf einstellen, lange auf Arzttermine warten zu müssen und zu ambulanten Behandlungen in Kliniken verwiesen zu werden.

Gegen die geplante Honorarerhöhung um rund 270 Millionen Euro für das kommende Jahr geht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) derweil rechtlich vor: Die Klage sei wie angekündigt gestern vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eingereicht worden, sagte ein KBV-Sprecher. Das habe eine aufschiebende Wirkung.

Montgomery kündigte an, dass „die Kolleginnen und Kollegen bei ihren Aktionen auf eine Eskalationsstrategie setzen und den Druck Schritt für Schritt erhöhen werden“. Die Gesellschaft müsse entscheiden, was für eine medizinische Versorgung sie sich leisten wolle. Die vorgeschlagenen Erhöhungen für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten seien „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Sie bedeuteten für die niedergelassenen Ärzte massive Verschlechterungen.

 

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