Werden an Corona erkrankte Patient:innen mit Paxlovid behandelt, kann das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf um 89 Prozent reduziert werden. Der Zusatznutzen kann gerade für Ungeimpfte interessant sein.
In der Phase 2/3-Studie Epic-HR (Evaluation of Protease Inhibition for COVID-19 in High-Risk Patients) wurden Wirksamkeit, Viruslast und Sicherheit von Paxlovid untersucht. Die beiden enthaltenen Wirkstoffe des Medikaments sind Niramtrelvir und Ritonavir. Diese sollen vor einem schweren Verlauf schützen, heißt es in einer Pressemitteilung des IQwiG.
Knackpunkt ist allerdings: Die relevante Studie sei ausschließlich mit ungeimpften Patient:innen durchgeführt worden. Unklar sei, inwieweit die Effekte auf Geimpfte übertragbar seien, erläutert das IQWiG zusammenfassend. Dies sei nur ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen von Nirmatrelvir und Ritonavir gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie – die Therapie nach ärztlicher Maßgabe.
2246 Teilnehmer:innen der Studie waren Erwachsene mit bestätigter SARS-CoV-2- Infektion und Symptomen, die nicht länger als fünf Tage vor Studienbeginn auftraten. Zusätzlich hatten alle mindestens einen Risikofaktor für einen schweren Verlauf von Covid-19. 1126 Teilnehmer:innen bekamen ein Placebo und 1120 erhielten die Wirkstoffkombination mit 300mg Nirmatrelvir plus 100mg Ritonavir jeweils alle zwölf Stunden über einen Zeitraum von fünf Tagen. 66,3 % der Teilnehmenden erhielten die erste Dosis oder Placebo innerhalb von drei Tagen nach Auftreten der ersten Symptome, 33,7 % an Tag 4 oder 5 nach Symptombeginn.
Fazit: Wird die Behandlung innerhalb von drei Tagen nach Symptombeginn gestartet, kann das Risiko der Hospitalisierung oder Tod deutlich gesenkt werden:
Interessant sind diese Ergebnisse vor allem auch für Ungeimpfte, die Studienergebnisse weisen auf eine vielversprechende Wirkung von Paxlovid hin: „Bei ungeimpften Risikopatienten, die erst seit wenigen Tagen symptomatisch und noch nicht schwer erkrankt sind, hatte Paxlovid in der betreffenden Studie eine vielversprechende Wirkung“, so IQWiG-Leiter Jürgen Windeler. Weiterhin betont er: „Bei der Anwendung können allerdings die zahlreichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die gerade in dieser Zielgruppe häufig verordnet werden, einschränkend wirken.“