Vogelgrippe

China fürchtet neue Epidemie

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Berlin -

Nach zwei Todesfällen in Shanghai hat das kaum bekannte Vogelgrippe-Virus H7N9 vier weitere Menschen in China infiziert. Die betroffenen Patienten im Alter von 32, 45, 48 und 83 Jahren seien in einem sehr kritischen Zustand, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua mit Verweis auf Gesundheitsbehörden der betroffenen Provinz Jiangsu.

Die zuständigen Gesundheitsämter hatten zuvor Krankenhäuser zu erhöhter Alarmbereitschaft aufgerufen. Die Pekinger Gesundheitsbehörden hatten Kliniken in der Stadt angewiesen, sich auf Notfälle vorzubereiten und notwendige Medikamente auf Vorrat zu halten. Ähnliche Vorkehrungen waren bereits in anderen Städten wie Shanghai sowie Hongkong und Taiwan getroffen worden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben Anfang März zwei Männer im Alter von 27 und 87 Jahren an dem Erreger. Eine weitere Frau infizierte sich zu der Zeit mit dem Virus. Alle Patienten hatten zunächst Fieber und Husten, gefolgt von einer schweren Lungenentzündung mit Atemnot.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet die Entwicklungen in China nach eigenen Angaben sehr genau. Bislang gebe es allerdings noch keinen Hinweis auf eine direkte Verbindung zwischen den zunächst bekannten drei Fällen, hieß es in einer Mitteilung der Organisation vom Montagabend.

Derzeit gibt es nur wenige Erkenntnisse über die Verbreitung der Viren. Die chinesischen Behörden gingen bislang davon aus, dass sich der Erreger nicht von Mensch zu Mensch ausbreitet. Gleichzeitig gab das Gesundheitsministerium jedoch auch bekannt, dass neben dem 87-Jährigen zwei seiner Familienangehörigen im Krankenhaus waren – ebenfalls mit einer Lungenentzündung. Einer von ihnen starb.

Das Virus H7N9 war bislang nur von Tieren bekannt. Eine Impfung gibt es nach Behördenangaben noch nicht. Die Vogelgrippe (aviäre Influenza) befällt vor allem Vögel, manche Formen können aber auch dem Menschen gefährlich werden: Der Erreger H5N1 infizierte nach WHO-Angaben seit 2003 weltweit mehr als 600 Menschen. 371 Patienten von ihnen starben. Bis Anfang 2012 registrierte die WHO in China 41 Erkrankungen und 27 Tote.

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