Fehlzeiten-Report

Öfter krank zur Arbeit dpa, 21.11.2007 11:09 Uhr

Bonn - 

Sogar ernstere Beschwerden halten viele Beschäftigte einer Umfrage zufolge nicht davon ab, zur Arbeit zu gehen. Knapp zwei Drittel der Arbeitnehmer gaben an, es sei im Jahr 2006 vorgekommen, dass sie zur Arbeit gegangen seien, obwohl sie sich richtig krank gefühlt hätten. Dies ergab eine repräsentative Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), die im aktuellen Fehlzeiten-Report 2007 vorgestellt wurden. Außerdem erschien jeder dritte Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Beschwerden am Arbeitsplatz, obwohl der Arzt davon abgeraten hatte.

Diese Ergebnisse gehen nach Angaben des Instituts einher mit kontinuierlich rückläufigen Krankenständen in den vergangenen Jahren. So sank bei den rund neun Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern der Krankenstand im Jahr 2006 von 4,4 Prozent auf 4,2 Prozent - den niedrigsten Wert seit mehr als zehn Jahren.

Sowohl die Zahl der Krankmeldungen als auch die Zahl der krankheitsbedingten Ausfalltage nahm im Jahr 2006 im Vergleich zum Vorjahr weiter ab. Der Anteil der Beschäftigten, die das ganze Jahr nicht krankgeschrieben waren, nahm weiter zu. Er stieg von 48,5 Prozent im Vorjahr auf 50,7 Prozent im Jahr 2006. Im Durchschnitt waren die AOK-Mitglieder 15,4 Kalendertage krankgeschrieben. Im Jahr zuvor waren es noch 16,0 Tage gewesen.

Die niedrigen Krankenstände des Jahres 2006 sind nach Einschätzung des WIdO unter anderem auf Veränderungen in der Beschäftigtenstruktur und eine verbesserte Gesundheitsvorsorge in den Betrieben zurückzuführen. Umfragen zeigten auch, dass sich viele Arbeitnehmer mit Krankmeldungen zurückhielten, um ihren Arbeitsplatz nicht zu gefährden.