Abnehmspritzen verschiedener Hersteller sind auf dem Schwarzmarkt begehrt. Immer wieder werden gefälschte Rezepte über die Präparate in Apotheken vorgelegt. Die Polizei in Bayern sucht Betrüger, die jüngst in Vilshofen und Passau zugeschlagen haben. Zuvor seien mehrere Hintermänner in Nordrhein-Westfalen sowie Brandenburg und Berlin festgenommen worden.
Das Polizeipräsidium Niederbayern rät Apotheken besonders im Zusammenhang mit den Medikamenten Mounjaro, Ozempic und Norditropin auf gefälschte Verordnungen zu achten. „In der Regel werden die entsprechenden Rezepte augenscheinlich von Ärzten ausgestellt, die ihren Sitz nicht in der unmittelbaren Region haben. Sollte sich der Verdacht auf ein gefälschtes Rezept ergeben, wird gebeten, umgehend die Polizei zu informieren.“
Tatsächlich legte am Montagnachmittag ein Unbekannter in einer Apotheke in Vilshofen eine solche Verordnung vor. Aufgrund von Ungereimtheiten sei die Fälschung in der Offizin aufgefallen. Eine umgehend eingeleitete Fahndung sei erfolglos geblieben. Am Dienstag wollte ein Mann in Passau ebenfalls mit einer Fälschung eine Abnehmspritze ergattern und konnte auch entkommen.
Im Januar konnte die Polizei zuschlagen. Ein 25 Jahre alter Mann wurde festgenommen und wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Urkundenfälschung sowie wegen eines Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz inhaftiert. Die Kriminalpolizeiinspektion Passau nahm zusammen mit der Staatsanwaltschaft Passau die Ermittlungen auf. Im Anschluss sei es gelungen, mehrere Hintermänner der Tätergruppierung in Nordrhein-Westfalen sowie Brandenburg und Berlin festzunehmen. Den insgesamt fünf Tatverdächtigen wurden mehrere Fälle im gesamten Bundesgebiet nachgewiesen.