Gesundheitsleistungen

Mehr Bedenkzeit für Selbstzahler

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Kassenpatienten sollen künftig Selbstzahler-Angebote in Arztpraxen besser und länger abwägen können. Ärzte wollen ihre Patienten in Zukunft vor freiwilligen, nicht von der Kasse getragenen Behandlungen schriftlich über die Kosten informieren, beschloss der Deutsche Ärztetag.

Die umstrittenen Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) wurden von Ärzten zuletzt immer häufiger angeboten: Einem Bericht der „Welt“ zufolge belief sich das Marktvolumen der von den Patienten selbst finanzierten Leistungen im vergangenen Jahr auf 1,5 Milliarden Euro. Den Zahlen des Wissenschaftlichen Institutes der AOK (WIDO) zufolge seien die Umsätze der Ärzte mit den IGeL-Leistungen seit 2005 um 50 Prozent gestiegen.

Der ehemalige Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, hatte seine Kollegen in seiner Abschiedsrede aufgefordert, Patienten diese Leistungen nicht aufzudrängen.

Die Neufassung des ärztlichen Standesrechts verpflichtet die Mediziner auch, Patienten nach der Aufklärung über eine Behandlung mehr Bedenkzeit einzuräumen. „Damit wollen wir vor allem bei den Schönheitsoperationen, die medizinisch nicht notwendig sind, sicherstellen, dass Patienten einen vorgesehenen Eingriff noch einmal abwägen können“, sagte Vorstandsmitglied Dr. Udo Wolter.

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