Betroffene Daten gelöscht

CCC: D-Trust lenkt von Datenleck ab

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Berlin -

Nach dem vermeintlichen Hackerangriff auf D-Trust hat der Chaos Computer Club (CCC) Konsequenzen vom Tochterunternehmen der Bundesdruckerei gefordert. „Durch eine Kombination aus Versehen, Inkompetenz und mangelnder Sorgfalt hat d(on’t)-trust Daten seiner Kund:innen im Internet veröffentlicht“, kritisiert die Hamburger Hackervereinigung. Bei der Attacke waren auch HBA- und SMC-B-Daten von Apothekenangestellten sowie Inhaberinnen und Inhabern betroffen – die laut CCC jedoch bereits gelöscht sind.

Die vermutlich unbeabsichtigte Veröffentlichung der entwendeten Daten ist dem CCC zufolge einem „Sicherheitsforscher“ Anfang Januar aufgefallen. „Da die Ampel es versäumt hat, Sicherheitsforschung zu entkriminalisieren und die Hacker-Paragraphen abzuschaffen, hat der Sicherheitsforscher das von d(on’t)-trust verantwortete Datenleck unmittelbar anonym an den CCC gemeldet“, heißt es. Zudem sei versichert worden, dass die Daten „restlos“ gelöscht würden.

Kein angemessener Datenschutz

„Der CCC erstattet aktuell im Rahmen seiner ehrenamtlichen Arbeit wöchentlich eine hohe Anzahl an Meldungen und konnte das durch d(on’t)-trust verursachte Datenleck erst prüfen, als es bereits beseitigt war.“ D-Trust wiederum wolle mit „bedeutungsschwangerer Cyber-Rhetorik“ von der Verantwortung für ein „großes Datenleck ablenken“. Die Daten seien ohne angemessenen Schutz ins Internet gestellt worden, kritisiert der Verein. Fraglich sei, „warum überhaupt derart sensible Daten dauerhaft online bereitgehalten und über das Internet zugänglich gemacht wurden“.

Der CCC fordert, dass bei D-Trust „Sicherheitsstandards des aktuellen Jahrhunderts“ eingeführt werden sollen. Das Unternehmen solle öffentlich anerkennen, „dass die unentschuldbare, peinliche und durch nichts zu rechtfertigende Sicherheitslücke allein in der Verantwortung des selbsternannten ‚Vorreiters für sichere digitale Identitäten‘ liege.“

D-Trust stellte den Angriff laut eigenen Angaben Mitte Januar fest. Zunächst hieß es lediglich, dass das Antragsportal für Signatur- und Siegelkarten Ziel der Kriminellen gewesen war. Später wurde mitgeteilt, dass auch Daten der Heilberufe betroffen sind. Die Betroffenen sind dem Unternehmen zufolge informiert worden. D-Trust stellte Strafanzeige gegen Unbekannt.

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