Für Nachtschicht und Spätdienst

Abholautomat erleichtert Schichtarbeitern den Alltag

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Berlin -

Die Post-Apotheke bietet seit Mitte März eine neue Serviceoption: Ein Abholautomat ermöglicht es Patient:innen, ihre Bestellungen unabhängig von den Öffnungszeiten abzuholen. Das neue Angebot wird von den Kund:innen positiv aufgenommen, erklärt Inhaber Johannes Sitterberg. Der Automat soll jedoch nur eine Ergänzung sein – der Botendienst der Apotheke bleibt weiterhin bestehen.

Besonders in der Erkältungszeit, wenn alle Arztpraxen in der Umgebung geöffnet sind, komme es in der Apotheke in Hardheim, einer Gemeinde in Baden-Württemberg, oft zu langen Warteschlangen, berichtet Sitterberg. „Trotz fünf Kassen hatten wir dann schon Schlangen von rund 20 wartenden Menschen“, erinnert er sich. Für Kund:innen, die nur ein Nasenspray oder ein anderes kleines Produkt abholen möchten, sei der Automat eine große Erleichterung. Die ersten Rückmeldungen seien größtenteils positiv – vor allem von Schichtarbeitern, die ihre Medikamente nun flexibler abholen können. Auch Kund:innen, die außerhalb von Hardheim arbeiten und es aufgrund des Anfahrtswegs nicht während der regulären Öffnungszeiten in die Apotheke schaffen, begrüßten das neue Angebot. Solche Abholautomaten sind bereits in vielen anderen Betrieben im Einsatz.

Die in der Umgebung ansässigen Produktionsbetriebe mit Schichtarbeit profitierten von der neuen Abholmöglichkeit. „Mitarbeiter in der Spätschicht haben oft erst um 22 Uhr Feierabend. Jetzt können sie morgens zum Arzt gehen, ihre Medikamente bei uns bestellen und diese nach der Schicht bequem am Automaten abholen“, so Sitterberg. Auch Pflegekräfte hätten den Automaten bereits gelobt, da ihre späten Schichten eine Abholung während der regulären Öffnungszeiten oft unmöglich machten.

Zusätzlich treffe am Samstag die Lieferung oft erst kurz vor Ladenschluss in der Apotheke ein, was regelmäßig zu einem hohen Andrang führe, berichtet der Apotheker.

Nicht alles kann in den Automaten

Die Mitarbeiter:innen befüllen den Automaten. Nach der Bestellung erhalten Kund:innen eine Abholnummer, die sie am Automaten eingeben. Eine SMS informiert sie, sobald ihr Medikament bereitliegt. Wichtig sei jedoch, dass vorher eine pharmazeutische Beratung stattfindet. Bestimmte Produkte wie Betäubungsmittel oder gekühlte Medikamente können nicht über den Automaten ausgegeben werden. Auch größere Artikel wie Inkontinenzprodukte passen nicht hinein.

Der Abholautomat ist seit dem 17. März in Betrieb. Während der Einführungswoche war er mit kleinen Geschenken bestückt, wie Gummibärchen oder Handcremes, und die Kund:innen durften den Automaten ausprobieren. „So kommen wir mit den Kunden ins Gespräch“, erklärt Sitterberg. Viele zeigten sich interessiert und stellten Fragen zur neuen Abholmöglichkeit. „Wir erklären ihnen natürlich auch, dass es sich um ein ergänzendes Angebot handelt. Wer weiterhin lieber in die Apotheke kommen möchte, kann das natürlich gerne tun“, betont der Apotheker.

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