Versandapotheke verlässt Marktplätze

DocMorris: Abschied von Idealo und Ebay

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Berlin -

DocMorris will zum Marktplatz werden – da ist es wenig hilfreich, wenn man als Versandapotheke selbst auf anderen Portalen zu finden ist. In Heerlen zieht man daraus Konsequenzen und stellt entsprechende Aktivitäten ein.

Über seine Ableger ist DocMorris auf verschiedenen Marktplätzen präsent: Eurapon ist Partner im Marketplace von Amazon, Apo-Rot ist auf den Plattformen Ebay und Idealo Direktkauf vertreten. Außerdem vertreibt die Marke diverse apothekenexklusive Produkte im Webshop von Douglas.

Mit der gestrigen Ankündigung, dass Apo-Rot Ende Juni eingestellt wird, stellte sich die Frage nach der Zukunft des Marktplatzgeschäfts. Auf Nachfrage erklärt ein Sprecher: „Die Aktivitäten von Apo-Rot auf den Marktplätzen werden eingestellt und nicht von DocMorris übernommen.“ Die Kooperation mit dem Douglas werde allerdings anderweitig fortgeführt – Details dazu wollte der Sprecher noch nicht verraten.

Apo-Rot ist seit Herbst Partner von Douglas. Die Versandapotheke versorgt den Marktplatz der Parfümeriekette mit verschiedenen Produkten aus der Freiwahl – vor allem Kosmetik und Nahrungsergänzugsmittel. Der damalige DocMorris-Chef Olaf Heinrich hatte die Aktion noch als eine Art Testballon beschrieben: Es gehe darum zu lernen, wie Marktplätze funktionierten. Das Sortiment wurde zuletzt aber deutlich ausgebaut – gegen den Widerstand großer Hersteller wie Beiersdorf (Eucerin) und Pierre Fabre (Avène).

Auch andere Versender nutzen die Marktplätze der großen Versandhändler. Alleine bei Amazon sind rund zwei Dutzend Apotheken als Partner an Bord. Laut der Unternehmensberatung Dr. Kaske ist der Marketplace die Nummer 5 unter den Webshops für OTC-Medikamente. Im vergangenen Jahr lagen die Abverkäufe deutlich über 100 Millionen Euro – bei einem Wachstum von knapp 45 Prozent. Auch bei Idealo und Medizinfuchs sind zahlreiche Apotheken gelistet.

Mycare war Partner bei Otto; im vergangenen Jahr wurde die Zusammenarbeit vorerst eingestellt. Laut einem Sprecher des Konzerns gibt es derzeit keinen Fokus auf Gesundheitsprodukte, was aber auch mit technischen Problemen bei der Abbildung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes zu tun habe. Gut möglich, dass die Kategorie später wieder aufgenommen werde. Medikamente-per-Klick verkauft Produkte via Zalando.

 

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