Videoapotheken

CoBox meldet sich ab APOTHEKE ADHOC, 25.07.2011 17:35 Uhr

Berlin - 

Erstmals nach Bekanntwerden der Insolvenz der CoBox AG melden sich die Verantwortlichen zu Wort. Wegen „anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten“ habe man leider Insolvenz anmelden müssen, teilte das Unternehmen heute mit. Firmengründer Ulrich Baudisch macht außerdem den politischen Gegenwind verantwortlich für den ausgebliebenen Erfolg seines Konzepts.

Bei dem geplanten bundesweiten Roll-Out mit Videoapotheken gab es Baudisch zufolge „anhaltende politische Widerstände der Genehmigungsbehörden in einigen Bundesländern“. Diese seien in den letzten Monaten ein wesentliches Hemmnis bei der Besetzung von geeigneten Standorten gewesen.

Schwierigkeiten gab es Baudisch zufolge vor allem in Hessen - dem Stammland der CoBox. Noch im Oktober 2009 hatte das Regierungspräsidium Darmstadt als erste Behörde eine Erlaubnis für die Videoapotheke erteilt. Doch jetzt seien die Auflagen auch für den Betrieb bereits genehmigter CoBoxen deutlich verschärft worden, so Baudisch. Diese Auflagen hätten höhere Betriebskosten für die Apotheke verursacht und die Auslieferung der bestellten Arzneimittel verzögert.

Konkreter wird die knappe Mitteilung nicht; bei der Unternehmenszentrale im hessischen Waldsolms ist niemand mehr zu erreichen. Wegen des laufenden Insolvenzverfahrens wird über eine automatische Ansage auf den Insolvenzverwalter in Frankfurt verwiesen. Der Geschäftsbetrieb sei eingestellt, heißt es.

Als einen weiteren Grund für das Scheitern der CoBox nennt Baudisch die Verzögerung bei der Novellierung der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO). Der Unternehmer hatte sich offenbar Hoffnungen gemacht, dass die „audiovisuelle Beratung“ in die ApBetrO aufgenommen wird, nachdem sich das Bundesgesundheitsministerium (BMG) eingehender mit dem Thema Videoapotheke befasst hatte.

Die Verzögerung bei der Novelle habe die Entwicklungen gehemmt und bundesweit große Verunsicherungen unter den Apothekern geschaffen, heißt es heute. Die hohen Investitionen in die Produkt- und Marktentwicklung hätten jetzt zu einer Unterkapitalisierung der CoBox AG geführt und die Anmeldung der Insolvenz erfordert.