Pharmahandelskonzerne

Celesio mit Gewinneinbruch APOTHEKE ADHOC, 12.05.2011 09:17 Uhr

Berlin - 

Der Stuttgarter Pharmahändler Celesio ist mit Ertragseinbußen ins neue Jahr gestartet: Der Nettogewinn sank im ersten Quartal um 9,6 Prozent auf 82,5 Millionen Euro. Als Grund nennt der Konzern staatliche Maßnahmen, vor allem die Kürzung der Erstattungspreise für Generika in Großbritannien. Der Umsatz wuchs um 1 Prozent auf 5,72 Milliarden Euro, allerdings primär wegen günstiger Wechselkurse.

In Frankreich und Deutschland musste der Konzern Umsatzeinbußen von jeweils 0,3 Prozent auf 1,7 beziehungsweise 1,07 Milliarden Euro hinnehmen. Während in Frankreich der Markt seit der Übernahme einer Genossenschaft durch Phoenix hart umkämpft ist, konnte in Deutschland der neu eingeführte Großhandelsabschlag laut Celesio „noch nicht über Rabattkürzungen weitergegeben“ werden.

In Großbritannien schrumpfte das Geschäft in lokaler Währung um 0,5 Prozent, nach Umrechnung stand ein Plus von 3,5 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. Auch in Norwegen rutschte Celesio dank des günstigen Wechselkurs vom Minus ins Plus (249 Millionen Euro, plus 2,8 Prozent), in Brasilien verdoppelte sich das Plus dank Umrechnung auf 20 Prozent (392 Millionen Euro).

Trotz der Belastungen in einigen Märkten zeigte sich das Großhandelsgeschäft robust: Der Umsatz stieg um 0,9 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) um 3,3 Prozent auf 112 Millionen Euro. Dagegen stand bei den 2287 Apotheken inklusive Versandsparte einem Umsatz von 863 Millionen Euro (plus 1 Prozent) ein EBITDA von 50 Millionen Euro (minus 16 Prozent) gegenüber. Im Geschäftsbereich Dienstleistungen für Pharmahersteller lagen die Einnahmen mit 99 Millionen Euro auf Vorjahresnivau, das EBITDA mit 2,8 Millionen Euro um 30 Prozent niedriger.

Laut Celesio-Chef Dr. Fritz Oesterle lassen sich die Belastungen aus staatlichen Preiseingriffen weder zeitgleich noch allein durch Effizienzverbesserungen kurzfristig kompensieren. Man werde deshalb nicht nur weiter an der Profitabilität arbeiten, sondern vor allem den Anteil des preislich nicht regulierten Geschäftes deutlich steigern. „Der finanzielle Spielraum, um durch Akquisitionen ein ausgeglichenes Portfolio von preisreguliertem und nicht preisreguliertem Geschäft zu erreichen, ist vorhanden.“