Plädoyer für Rx-Versand

Österreich: Redcare sieht Versorgungsnot

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Berlin -

Die Vor-Ort-Apotheken in Österreich werden die Arzneimittelversorgung nicht allein stemmen können – so das Ergebnis einer von Redcare in Auftrag gegebenen Studie, die die Notwendigkeit des Rx-Versands in Österreich belegen soll. Vor allem in der Steiermark, in Tirol und in Niederösterreich sei bis 2030 mit größeren Versorgungsproblemen zu rechnen.

Seit 2015 dürfen OTC-Präparate in Österreich versendet werden, rezeptpflichtige Mittel hingegen nicht. Redcare sieht die Arzneimittelversorgung jedoch in Bedrängnis und betont die Relevanz des Versandes. Laut einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstitut Eco Austria, die von Redcare in Auftrag gegeben worden war, ist ein Versand von rezeptpflichtigen Arzneimitteln aufgrund der zu geringen Versorgungsdichte zukünftig notwendig, wie TARA24 berichtet.

Vor allem in der Steiermark, in Tirol und in Niederösterreich prognostiziert die Studie bis 2030 regional gröbere Versorgungsprobleme. Und wegen des demografischen Wandels werde ein dichtes Netz an Apotheken in Zukunft immer wichtiger, meint Wolfgang Schwarzbauer, Leiter des Forschungsbereichs regionale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft bei Eco Austria.

Keine negativen Folgen, dafür Personaleinsparung

Die Sorge, dass stationäre Apotheken von Versendern wie Shop Apotheke aus dem Geschäft gedrängt werden könnten, ist laut Schwarzbauer nicht nachzuvollziehen. Ebenso hält er es für unwahrscheinlich, dass durch den Rx-Versand der Preis gedrückt werde.

Stationären Apotheken seien durch eine Liberalisierung somit nicht gefährdet. Diese sollten ebenso versenden dürfen und könnten so durch geringeren Personalbedarf, wenn sie sich am Rx-Versand beteiligen, Kosten einsparen. Neben dem zusätzlichen Zeitgewinn auf Kundenseite, würden sich „durch die Öffnung des rezeptpflichtigen Vertriebs für Online-Apotheken weitere positive volkswirtschaftliche Effekte in Hinblick auf das gesamte Gesundheitssystem ergeben“, so die Studienmacher.

Künftige Regierung lehnt Rx-Versand ab

Von der zukünftigen Regierung bestehend aus ÖVP, SPÖ und NEOS wurde dem Rx-Versand im gestern vorgelegten Regierungsprogramm eine klare Absage erteilt.

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