Aserbaidschan

„Fälschungen“ dominieren Markt APOTHEKE ADHOC, 01.10.2008 10:42 Uhr

Berlin - 

In Aserbaidschan ist mehr als die Hälfte aller verkauften Medikamente nicht zugelassen: Schätzungen zufolge waren im vergangen Jahr nur 3.000 der mehr als 7.000 in Apotheken verkauften Arzneimittel registriert und hatten eine Gebrauchsanleitung in der Landessprache. Medikamente, auf die dies nicht zutrifft, gelten als „gefälscht“.

Der Umsatzanteil importierter Präparate am Arzneimittelmarkt in Aserbaidschan beträgt 95 Prozent. Schätzungen der WHO zufolge werden 70 Prozent der Arzneimittel beim Import nicht kontrolliert. Die Medikamente kommen vor allem aus Deutschland, Indien, der Türkei und Russland, so das Marktforschungsunternehmen Pharmexpert. Nur selten machen sich Hersteller und Importeure die Mühe, die Produkte für den relativ kleinen Markt Aserbaidschan umzuverpacken.

In diesem Jahr hat die Regierung ein Gesetz zur Registrierung von Arzneimitteln erlassen, um den Verkauf nicht zugelassener Medikamente einzuschränken. Als weitere Maßnahme wurde die Mehrwertsteuer auf Medikamente abgeschafft, um diese preiswerter zu machen.