Österreich

Apotheker kontern FPÖ

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Die österreichischen Apotheker weisen Vorwürfe der rechtspopulistischen Oppositionspartei FPÖ zurück, nach der das Pilotprojekt e-Medikation „ein fataler Flopp ist, da sich weder Patienten noch Apotheken in ausreichendem Maß daran beteiligen“. Bei der Apothekerkammer hält man dagegen: Die rund 50 Apotheken beteiligten sich aktiv an dem Projekt, mit dem Ärzte und Apotheker Medikationen auf mögliche Wechselwirkungen überprüfen sollen. „Ohne die Apotheker hätte es das Projekt während des Stopps durch die Ärzte gar nicht gegeben“, sagt eine Kammersprecherin.

Die e-Medikation sorgt in der Alpenrepublik immer wieder für Ärger: Schon im Vorfeld hatten sich Ärzte und Apotheker nur schwer auf ein gemeinsames Modell einigen können. Unter anderem gab es Differenzen bei der Frage, wer welche Daten einsehen darf. Nach dem Projektstart im Frühjahr hatten sich die Mediziner bei der EU-Kommission über die Auswahl der Softwareunternehmen durch die Pharmazeutische Gehaltskasse der Apotheker beschwert. Nach dem offiziell verhängten Stopp der Ärztekammer nahmen viele Mediziner nicht mehr am Pilotprojekt teil.

Im September lenkten die Ärzte ein und beendeten den Boykott - mit Ausnahme der Wiener Kammer, die ihren Mitgliedern die Teilnahme aber freistellte. Derzeit nehmen in den drei Modellregionen Wien, Tirol und Österreich neben den Apotheken mehr als 90 Ärzte, ein halbes Dutzend Krankenhäuser und 6.500 Patienten teil. Ursprünglich hatten die Organisatoren mit 65.000 Versicherten gerechnet. Ende 2011 soll das Modellprojekt beendet und anschließend ausgewertet werden.

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