Die Gematik zieht eine erste Bilanz zum Start der elektronischen Patientenakte (ePA) und bezeichnet diesen als „erfolgreich“. Allerdings gibt es noch Herausforderungen zu bewältigen. Beispielsweise werden Daten aus E-Rezepten derzeit nicht in die Medikationsliste der ePA übertragen, wenn der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) vor 2021 ausgestellt wurde.
Vor knapp einem Monat startete die Pilotphase der ePA in den Modellregionen mit mehr als 300 teilnehmenden Einrichtungen. Laut Gematik haben die Krankenkassen am 10. Februar erfolgreich die Aktenanlage für ihre Versicherten, die nicht widersprochen haben, abgeschlossen – bislang wurden 70 Millionen Akten angelegt; darunter auch einige von privaten Krankenversicherungen (PKV).
Die Pilotphase der ePA für alle ist erfolgreich gestartet, zeigt sich die Gematik zufrieden – auch in puncto Sicherheit. „Um ein hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten, wurden teilnehmende Einrichtungen für die Pilotphase durch die Gematik freigeschaltet. Dafür erfolgte eine Verifizierung der Institutionskarten (SMC-B-Karten) über KIM.“
Auch dass zum Start noch keine Akten zur Verfügung standen, weil beide Aktensystemhersteller erst zum 15. Januar zugelassen werden konnten, ist eine Erkenntnis aus der Pilotierung. Allerdings konnte dies laut Gematik wie geplant in einem stufenweisen Prozess aufgeholt und innerhalb von wenigen Wochen erfolgreich abgeschlossen werden.
Nicht abgeschlossen ist jedoch die Umsetzung der Übertragung der Daten aus den verordneten und abgegebenen E-Rezepten in die Medikationsliste der ePA, wenn der eHBA vor 2021 ausgestellt wurde. Betroffen sind Praxen und Apotheken. Zwar konnte bereits eine Lösung gefunden werden, aber dessen Umsetzung ist erst für Ende Februar geplant.
In etwa 80 Prozent der teilnehmenden Zahn- und Arztpraxen sowie Apotheken in den TI-Modellregionen sind nach dreieinhalb Wochen der Pilotierung technisch ausgestattet. Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze: Weil einige Hersteller das ePA-Modul für jeden Standort einzeln ausrollen, fehlt noch in einigen der teilnehmenden Einrichtungen das notwendige Softwaremodul zur Erprobung.
Rückmeldungen der Nutzer:innen zeigen laut Gematik, dass die grundlegenden und zum Start der neuen ePA verfügbaren Features funktionieren. So konnten bereits Dokumente hoch- und herunterladen und die eML genutzt werden. In Teilen konnte bereits mehrfach eine dreistellige Anzahl an Patientenakten befüllt werden, so die Gematik.
Zudem konnte ein Kompabilitätsproblem zwischen einem Konnektor und einzelnen Primärsystemen bei der Zertifikatsverschlüsselung festgestellt werden. In der Folge hat sich bei einzelnen Einrichtungen die Erprobung verzögert hat. Allerdings konnte das Problem bereits behoben werden.