Testzentren statt Praxen

Ärzte warnen vor Grippe/Corona-Kollaps

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Berlin -

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt, hat sich in der Corona-Pandemie für Testzentren deutschlandweit ausgesprochen. „Um eine Überforderung der niedergelassenen Ärzte zu vermeiden, sollten die Tests besser und einheitlicher organisiert werden“, sagte Reinhardt der Rheinischen Post.

Auch mit Blick auf die Herbst zu erwartenden saisonalen Infekte müssten die Corona-Tests von der Regelversorgung getrennt werden. „Wenn massenhaft Corona-Test-Patienten und Patienten mit saisonaler Grippe in den Hausarztpraxen aufeinandertreffen, wird das für die Kollegen nicht mehr zu schaffen sein“, mahnte Reinhardt.

„Reihentestungen zum Beispiel von Reiserückkehrern sollten deshalb ausschließlich und bundesweit in Testzentren durchgeführt werden“, argumentiert der Ärztepräsident. Denn: „In den Zentren hat man Teams, die ständig Schutzkleidung tragen und nichts anderes tun, während die Tests in den Hausarztpraxen sehr aufwändig sind“, sagte Reinhardt. Selbstverständlich würden Hausärzte aber Patienten testen, die mit Symptomen in eine Praxis kämen.

Bayern plant bereits in Kürze flächendeckend Corona-Testzentren. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt sollen solche Zentren eingerichtet werden, wie das bayerische Kabinett am Montag in einer Videokonferenz beschlossen hatte. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begründete die Entscheidung damit, dass Menschen Zugang zu schnellen und unbürokratischen Tests haben sollten, ohne dafür zum Arzt gehen zu müssen. Testzentren gibt es in ganz Deutschland unter anderem bereits an Flughäfen und Bahnhöfen. Allerdings hat die Corona-Panne in Bayern in der vergangenen Woche gezeigt, dass auch Testzentren überlastet sein können.

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