Eine aktuelle Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt: Während rund drei Viertel der Menschen maximal einen Kilometer bis zur nächsten Hausarztpraxis auf sich nehmen müssen, sind es bei Apotheken nur etwa zwei Drittel. Besonders auf dem Land sind die Distanzen oft deutlich größer.
Bundesweit beträgt die durchschnittliche Entfernung zur nächsten Apotheke etwa 1,3 Kilometer. Zum Vergleich: Supermärkte, Hausarztpraxen und Grundschulen sind für jeweils rund drei Viertel der Bevölkerung fußläufig erreichbar – Apotheken liegen mit 67 Prozent deutlich darunter. Die Untersuchung des BBSR basiert auf Daten von Ende 2023. Demnach gab es in Deutschland zu diesem Zeitpunkt rund 17.777 Apotheken.
In rund 5 Prozent aller Gemeinden und Gemeindeverbände haben mindestens 90 Prozent der Einwohner eine Apotheke im Umkreis von maximal einem Kilometer. Besonders gut versorgt sind gerade einmal 39 von etwa 1740 Landgemeinden, in denen mehr als 90 Prozent der Bevölkerung eine Apotheke zu Fuß erreichen können. Unter den 80 deutschen Großstädten trifft dies nur auf 32 Städte zu.
Je ländlicher die Region, desto weiter ist oft der Weg zur nächsten Apotheke. Die größten Entfernungen gibt es in den Landgemeinden im Osten Deutschlands. Während die durchschnittliche Entfernung zur nächsten Apotheke in ländlichen Regionen im Westen rund drei Kilometer beträgt, sind es im Osten sogar 4,1 Kilometer.
Auch innerhalb Deutschlands gibt es deutliche Unterschiede. Brandenburg schneidet am schlechtesten ab: Hier haben nur knapp mehr als die Hälfte der Einwohner eine fußläufig erreichbare Apotheke. Ähnlich sieht es in Mecklenburg-Vorpommern (56 Prozent) und Rheinland-Pfalz (57 Prozent) aus. Am besten ist die Versorgung in den Stadtstaaten: Berlin (94 Prozent), Bremen (90 Prozent) und Hamburg (89 Prozent) liegen deutlich vorn.