Die Gedisa arbeitet mit einem neuen Zahlungsanbieter zusammen. Das bedeutet für Apotheken, dass sie ab sofort ins Ausland überweisen müssen. Der Rechnungsausgleich erfolgt dabei nicht mehr automatisiert per Sepa-Lastschriftverfahren, sondern per Einzelüberweisung. „Das wird ein enormer Zeitaufwand sein. Außerdem frage ich mich, warum man ausgerechnet eine Bank in Irland wählt, wo meiner Meinung nach der Datenschutz mit am dünnsten ist“, ärgert sich ein Inhaber.
Am 18. Februar erhielt der Apothekeninhaber eine Mitteilung der Gedisa über „Mein Apothekenportal“. „Die Nachricht kam mit einem PDF im Anhang. Ich vermutete zunächst, dass es sich um eine Spam-Mail handelt“, so der Inhaber. In dem Schreiben wurde er darauf hingewiesen, dass es „im Zuge der gestrigen Umstellung auf die neuen Nutzungsbedingungen und der damit verbundenen Migration in die Basismitgliedschaften“ gehäuft zu Anfragen „zu den bereits versendeten Rechnungen“ kam. Aus diesem Grund wolle die Gedisa weitere Informationen zum neuen Zahlungsdienstleister bereitstellen.
Konkret hieß es: „Seit dem 1.1.2025 arbeiten wir mit unserem neuen Zahlungsdienstleister Stripe zusammen. Der Dienstleister wurde im Vorfeld umfassend überprüft, alle Daten werden hoch sicher verwaltet und entsprechen unseren hohen datenschutzrechtlichen Anforderungen.“
Und weiter: „Bitte beachten Sie, dass jede Apotheke eine individuelle IBAN zur Überweisung der Rechnung zugewiesen bekommt.“ Der Inhaber findet das äußerst merkwürdig: „Denn üblich war es bisher, dass Rechnungen per Sepa-Lastschriftverfahren beglichen wurden.“ Dieses Verfahren sei für beide Seiten mit einer hohen Sicherheit und geringem Aufwand verbunden, so der Apotheker. „Der Zahlungsempfänger kann zahlreiche Rechnungsempfänger in einem Vorgang abarbeiten. Strittigen Abbuchungen kann innerhalb von 6 Wochen widersprochen werden“, stellt die Gedisa klar.
Mehr noch: „Tausende Buchungen können auf diese Art in wenigen Minuten abgearbeitet werden. Die Anzahl der Widersprüche ist meist unter 1 Prozent, alles in allem ein bewährtes Verfahren.“ Nun solle er aber aktiv selbst jede Rechnung einzeln überweisen, ärgert er sich.
„Der Zeitaufwand wird enorm sein“, warnt er. „Durch die Gedisa wurde nun ein Verfahren eingeführt, in dem der Kunde selbst aktiv werden muss. Der Zeitaufwand beträgt zwar nur einige Minuten pro Einzelüberweisung, aber diese fällt für jeden Kunden an.“ Heißt konkret: „Für Einzelüberweisungen rechnen wir etwa vier bis fünf Minuten. Das sind bei geschätzt 10.000 Nutzern des Cardlink-Verfahrens 40.000 Minuten, die zusätzlich aufgewendet werden müssen.“
Begründet wird die Umstellung damit, dass der Firmensitz von Stripe in Irland sei. „Unter der BIC-Adresse ist eine irische Bank ausgewiesen“, erklärt der Apotheker. Einige der in diesem Zusammenhang auftretenden Fragen habe die Gedisa inzwischen zwar erläutert, aber für ihn persönlich bleiben dennoch Ungereimtheiten offen.
„Warum verlagert man das ganze ausgerechnet nach Irland, dorthin, wo der Datenschutz mit am dünnsten ist im Vergleich zu Deutschland?“ Der Apotheker wundert sich ebenso, warum nicht die deutschen Standards der Datensicherung gelten. „Warum wurde keine deutsche Bank gewählt, denn ich weiß im Grunde ja auch nicht, ob die Einlagensicherung gilt“, gibt er zu bedenken.