Berlin - Ärzte in Großbritannien stehen den Plänen der britischen Arzneimittelbehörde MHRA, das Antibiotikum Trimethoprim und den alpha-1-Blocker Tamsulosin aus der Verschreibungspflicht zu entlassen, skeptisch gegenüber. Laut einer Umfrage bezweifelt die Mehrheit der Mediziner, dass Patienten von einer Umstellung auf OTC-Präparate profitieren werden. Vielmehr sehen sie die Industrie als Nutznießer der geplanten Neuregelung.
Vier von fünf befragten Ärzten sprachen sich dagegen aus, das Prostatamittel Flomax (Tamsulosin) künftig rezeptfrei verfügbar zu machen. 73 Prozent von ihnen befürchten Fehldiagnosen der Patienten. Sieben von zehn Medizinern glauben zudem, dass das Angebot als OTC-Produkt Patienten davon abhalten könnte, ärztliche Hilfe bei ernsteren Grundleiden zu suchen. Davon, dass die Pharmahersteller am meisten von einem Wechsel von Rezept- zu Apothekenpflicht profitieren würden, sind 54 Prozent der Befragten überzeugt.
Auch bei dem gegen Blasenentzündungen eingesetzten Trimethoprim sehen die Mediziner die Gefahr des Miss- oder Übergebrauchs. 64 Prozent halten die geplante Freigabe als OTC-Produkt für eine „schlechte Idee”. Im September des vergangenen Jahres hatte die britische Arzneimittelbehörde angekündigt, dass Antibiotikum aus der Verschreibungspflicht zu entlassen.
APOTHEKE ADHOC, Freitag, 16. Januar 2009, 15:17 Uhr
Großbritannien: Trimethoprim ohne Rezept
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