zoom Es wird ernst: Die AOK hat die meisten Rabattverträge in der Tasche. Foto: Elke Hinkelbein
Es wird ernst: Die AOK hat die meisten Rabattverträge in der Tasche. Foto: Elke Hinkelbein
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POLITIK

Rabattvertraege RABATTVERTRäGE

AOK schlägt weiter zu

Berlin  -  Korkenknallen bei der AOK: Nach langem Zerren um die nächsten Rabattverträge hat die Kasse heute für weitere 40 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen Zuschläge erteilt. In den fünf Losgebieten hat die AOK nun 245 Einzelverträge mit insgesamt 19 Bietern oder Bietergemeinschaften unter Dach und Fach. Für die Mehrheit der 63 ausgeschriebenen Wirkstoffe steht damit der Starttermin zum 1. Juni.

Gewinner der aktuellen Zuschlagsrunde sind die Hersteller Sanofi-Aventis mit der Generika-Tochter Winthrop, 1 A Pharma, Betapharm sowie Stada mit der Tochter Aliud: Sie erhielten jeweils für mehrere Wirkstoffe oder Wirkstoffkombinationen den Zuschlag im gesamten Bundesgebiet. Dagegen konnten anderen Firmen nur bei einzelnen Wirkstoffen punkten: Teva bei Lisinopril, Actavis bei Finasterid und Axcount bei Metformin. Immerhin erhielten sie den Zuschlag für alle fünf Gebietslose.

Bundesweit erhalten AOK-Patienten ab 1. Juni Arzneimittel mit Allopurinol, Captopril, Furosemid, Metoprolol und Spironolacton von Betapharm. Das zum indischen Konzern Dr. Reddy's gehörende Generikaunternehmen konnte damit exklusive Verträge über fünf absatzstarke Wirkstoffe an Land ziehen. Mit den Zuschlägen aus der vergangenen Woche ist Winthrop nun insgesamt bei 10 Wirkstoffen beziehungsweise Wirkstoffkombinationen alleiniger Gewinner, darunter Bisoprolol, Ibuprofen, Nifedipin, Ramipril und Verapamil. Der Mutterkonzern Sanofi-Aventis erhielt zudem den Zuschlag für Molsodomin in jeweils drei Losgebieten.

Der Generikahersteller 1 A Pharma kann sich über bundesweite Zuschläge für sieben Arzneimittel freuen: Simvastatin, Torasemid, Paroxetin, Azathioprin, Hydrochlorothiazid/Bisoporol beziehungsweise Hydrochlorothiazid/Captopril sowie Carvedilol. Diclofenac und Enalapril/Hydrocholrothiazid gingen an die Bietergemeinschaft 1 A Pharma und Sandoz. Aliud und Stada produzieren künftig Isosorbidmononitrat, Itraconazol, Risperidon und Doxazosin für AOK-Versicherte. Die Wirkstoffe Alendronsäure, Tamsulosin und Molsidomin teilen sie sich mit anderen Herstellern.

Weitere Rabattverträge über einzelne Wirkstoffe und Losgebiete hat die AOK mit den Firmen Neuraxpharm, Lindopharm, Apogepha, Heumann, Schwarz Pharma, Mylan Dura, AAA Pharma und Basics geschlossen.

Die Zuschläge hatten sich durch zahlreiche Vergabenachprüfverfahren verzögert, die seit der Ausschreibung der AOK-Rabattverträge im August 2008 liefen, inzwischen jedoch zum großen Teil abgeschlossen sind. „Mit den jüngsten neun Beschlüssen des Landessozialgerichtes Nordrhein-Westfalen wurden auf einen Schlag bisher bestehende Zuschlagsverbote für 40 Wirkstoffe obsolet”, sagte Verhandlungsführer Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvize der AOK Baden-Württemberg. Spätestens Ende April sollen laut AOK auch die Verträge für die restlichen 14 Wirkstoffe geschlossen sein.

Lesen Sie dazu auch: AOK erteilt Zuschläge
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Lesen Sie dazu auch: Gebietslose sind zulässig
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Désirée Kietzmann, Freitag, 17. April 2009, 11:37 Uhr

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