zoom Menschliche Faktoren ausschließen: In einer von 7x4 in Auftrag gegebenen Studie wirbt der SPD-Gesundheitsexperten Professor Dr. Dr. Karl Lauterbach für die industrielle Verblisterung. Foto: Elke Hinkelbein

Menschliche Faktoren ausschließen: In einer von 7x4 in Auftrag gegebenen Studie wirbt der SPD-Gesundheitsexperten Professor Dr. Dr. Karl Lauterbach für die industrielle Verblisterung. Foto: Elke Hinkelbein

Share      

POLITIK

AMG-NOVELLE

Lauterbach-Studie befeuert Blister-Debatte

Berlin  -  Bei der Anhörung zur AMG-Novelle mag das Thema Verblisterung neben dem Fixzuschlag für Großhändler, dem Zytostatika-Honorar für Apotheken und der Belieferungspflicht für Hersteller untergegangen sein. Doch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hatte die Frage auf die Tagesordnung gesetzt. Pikant: Wenige Tage zuvor wurde Politikern, Kassenvertretern und Journalisten eine Studie vorgestellt, die für die industrielle Verblisterung wirbt. Auftraggeber der bereits 2007 durchgeführten Untersuchung war die Kohl-Tochter 7x4 Pharma.

Wissenschaftler des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) unter der Leitung von SPD-Gesundheitsexperten Professor Dr. Dr. Karl Lauterbach hatten untersucht, wie viele Fehler bei der Medikamentenabgabe in Pflegeheimen auftreten. Ihre Bilanz: Bei jedem zweiten Heimbewohner kam es im Untersuchungszeitraum von acht Wochen zu mindestens einem Abgabefehler.

Die Studie endet mit der Forderung nach schärferen Kontrollen sowie der Schlussfolgerung: „Eine weitere Möglichkeit könnte die Neuverblisterung in Wochenblister sein, die menschliche Faktoren der Generierung von Fehlern weitestgehend ausschließt.“

Dr. Andreas Gerber vom IGKE erklärte gegenüber APOTHEKE ADHOC, die Ergebnisse der Studie seien erst im Oktober 2008 international publiziert worden. Und vorher würden die „Expertenbriefe“ nie verschickt. Zudem habe das IGKE weder für die Planung noch für das Schreiben der Studie Geld von 7x4 erhalten. Das Unternehmen habe lediglich die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für die Durchführung der Untersuchung in drei saarländischen Pflegeheimen bezahlt, so Gerber. Von der Anhörung zur AMG-Novelle habe er gar nichts gewusst.

Dem Autoren der Studie dürfte der Termin geläufig gewesen sein. Als Bundestagsmitglied ist Lauterbach zwar derzeit als Direktor des IGKE beurlaubt. Doch trotz der Erklärung seines Kollegen bleibt ein schaler Nachgeschmack. Schließlich hatte Lauterbach bereits 2006 einen Modellversuch zum Blisterprojekt von 7x4 wissenschaftlich begleitet. Der SPD-Politiker wollte sich gegenüber APOTHEKE ADHOC nicht zu der Studie äußern.

Alexander Müller, Donnerstag, 22. Januar 2009, 15:04 Uhr

APOTHEKE ADHOC Debatte

Login

Um mitzudiskutieren, müssen Sie als Mitglied der APOTHEKE ADHOC Community eingeloggt sein.

Benutzer:
Passwort:

merken| kontaktieren| drucken| versenden| zurück
Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse

Heute erhalten 11016 Abonnenten den kostenlosen APOTHEKE ADHOC-Newsletter.
Jetzt anmelden!

Aktuelle Videos

Kassenabschlag

"Kassenabschlag muss festgeschrieben werden"

Freiwillig spart keiner: Die SPD-Gesundheitsexpertin Dr. Carola Reimann würde den Kassenabschlag gesetzlich festschreiben.

Muskel- und Gelenkbeschwerden?

Die neue WEPA Pferdesalbe mit hochwertiger Rezeptur und TOP-Rendite!

Schöne Sommerzeit - leidige Stechmücken-Zeit.

Biologisch geschützt mit mosquito® Parasitenschutz.

Das neue Oberarm-Blutdruckmessgerät von aponorm®.

Höchste Qualität zu hervorragenden Konditionen.

ANZEIGE
Social Media
Follow ApothekeAdhoc on Twitter
Porträt

Hessen

Grüttner wird Gesundheitsminister

Der designierte hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat sein neues Kabinett vorgestellt: Neben Wechseln an den Spitzen von Umwelt-, ...mehr

Kommentar

(K)eine Frage der Hygiene

Eine Woche nach dem tragischen Tod von drei Säuglingen an der Uniklinik Mainz ist noch unklar, wer die Verantwortung für die verunreinigten ...mehr

Copyright © 2009, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst von EL PATO Ltd. - Agentur für Kommunikation. Friedenstraße 91a / 10249 Berlin / Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Elke Hinkelbein / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 100 205 B / USt-IdNr.: DE246500697. EL PATO Ltd. haftet nicht bei Fehlern oder Störungen im Dienstbetrieb, bei Lieferschwierigkeiten, inhaltlichen oder textlichen Fehlern, außer in Fällen groben Verschuldens. Im Übrigen gelten unsere AGB. E-Mail: info@apotheke-adhoc.de URL: www.apotheke-adhoc.de Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr. Bitte beachten Sie auch AGB, Nutzungshinweise, Datenschutzerklärung und Impressum.