Berlin - Die Bayer-Arzneimittelsparte Bayer-Schering vertreibt ihre wichtigsten Produkte in Großbritannien ab Juli nur noch über die Großhändler Alliance Healthcare (vormals UniChem), Phoenix und AAH. Damit sind für die Apothekenbelieferung abermals ausschließlich die Großhandelstöchter der drei vertikal integrierten paneuropäischen Pharmahändler Alliance Boots, Phoenix und Celesio an Bord.
Eigenen Angaben zufolge will Bayer mit den jüngsten Marktentwicklungen Schritt halten und die Lieferkette signifikant vereinfachen, um die Kontinuität bei der Belieferung gewährleisten zu können. Zu den betroffenen Produkten zählen unter anderem Adalat, Androcur, Avelox, Bonefos, Ciproxin, Glucobay, Levitra, Nexavar, Nimotop, Xarelto sowie die klassischen Schering-Hormonpräparate. Die OTC-Produkte, Blutzuckermessgeräte und Tierarzneimittel sind von der Änderung nicht betroffen.
Bayer war einer der wenigen verbliebenen großen Pharmakonzerne, die ihre Produkte noch nicht aus dem klassischen Großhandel abgezogen hatten. Während Pfizer seit März 2007 nur noch einen Großhändler als Logistiker mit der Auslieferung beauftragt und dafür eine Dienstleistungsgebühr zahlt, kooperieren andere Hersteller mit mehreren Lieferanten, zum Teil wie bei Bayer auf Basis klassischer Großhandelsverträge.
Die britische Wettbewerbsaufsicht hatte trotz des abzusehenden Marktausschlusses kleinerer Großhändler vor zwei Jahren keinen Handlungsbedarf gesehen. Die Sorgen der unabhängigen Apotheken bezüglich Aufwand, bestehender Vereinbarungen und der Rolle der drei vertikal aufgestellten Konzerne teilen auch die Hersteller nicht: „Unsere ausgewählten Großhändler decken den kompletten britischen Markt ab und sind in der Lage, Geschäftsbeziehungen mit neuen Kunden einzugehen”, teilte Bayer knapp mit.
APOTHEKE ADHOC, Montag, 06. April 2009, 10:30 Uhr
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